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Atmung bei Stress

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Atmung bei Stress

Ich habe im Blog „Atmung“ und „Richtig atmen“ erwähnt, dass viele in unserer Zivilisationsgesellschaft viel zu schnell und flach atmen. Heute möchte ich nun den Bezug von der Atmung zum Thema Stress herstellen.

Die Atmung ist die Schnittstelle zu deinem Autonomen Nervensystem (ANS). Dein ANS heißt so, weil es autonom arbeitet, also ohne dein bewusstes Zutun. Dein ANS übernimmt vielfältige Aufgaben in deinem Organismus, eine davon ist die Stressregulation. Dafür hat es zwei Spieler, den Sympathikus (das Gaspedal) und den Parasympathikus (die Bremse). Wenn dein System einen eintreffenden Reiz als Stress wahrnimmt, dann gibt dein System Gas, schüttet Hormone und Neurotransmitter aus und dein Stresspegel steigt. Wenn dein System die eintreffenden Reize als entspannt wahrnimmt, dann tritt es auf die Bremse, es werden andere Hormone und Neurotransmitter ausgeschüttet und dein Stresspegel sinkt.

 

Problem:

Soweit so gut, jetzt kommt der Bezug zur Atmung. Atmest du schnell und flach, dann tritt dein ANS auf das Gaspedal – dein Stresspegel steigt. Das Ganze geschieht, obwohl kein externer Stressreiz da ist. Der Auslöser ist lediglich die „falsche“ Atmung.

Wenn dein System einen Reiz als Stress wahrnimmt und dein ANS Gas gibt, dann wird deine Atmung automatisch schnell und flach. Dein Stresspegel steigt durch den Stressreiz sowieso schon an und wird durch die schnelle, flache Atmung nun noch zusätzlich erhöht – ein schönes ratrace.

Ob der Auslöser deiner Sympathikus-Aktivität nun ein externer Stressreiz ist oder ob es deine ungünstige Atmung ist, spielt keine Rolle. Das Ergebnis ist das gleiche – dein Stresspegel ist zu hoch und das ist unerwünscht.

 

Lösung:

Über deine Atmung bist du ins ratrace eingestiegen und über deine Atmung führt der Weg wieder hinaus. Voraussetzung ist, dass dein System gesund ist. Wenn du beginnst ruhig, entspannt und gleichmäßig zu atmen, dann trittst du auf die Bremse. Dein Parasympathikus feuert. Dein System entspannt sich. Dein Stresspegel sinkt.

 

Atmung umzutrainieren ist ganz einfach

Es klingt so einfach und genau das ist es auch. Denn deine Atmung hast du täglich dabei, 24 Std. lang. Ein Umtrainieren deiner Atmung ist daher relativ einfach. Wenn du das richtig angehst, dann entsteht kein zeitlicher Mehraufwand und du wirst schnell merken, wie deine neue Atmung sich beginnt zu automatisieren.

Du entscheidest von nun an, ob dich deine Atmung zusätzlich stresst und auf dein Gaspedal tritt oder dir bei dem besseren Umgang mit Stressoren sogar hilft die Bremse zu treten. Eine kleine Veränderung mit riesiger Wirkung.

Den größten Nutzen hast du, wenn du es schaffst, nicht nur in kurzen Phasen der Entspannung richtig zu atmen. Es ist toll, wenn du solche Entspannungspausen einlegst, mach das unbedingt weiter.

 

Praxisübung richtig Atmen im Alltag

Wenn du deine Atmung, verändern möchtest, dann darfst du im Alltag immer wieder deinen Fokus auf die Atmung setzen. Denn deine Atmung läuft, bis auf dein bewusstes Atemtraining weiterhin unbewusst ab.

Koppel eine sanfte, entspannte und leichte Atmung, die dein Zwerchfell einleitet, an drei Alltagsabläufe, die du möglichst täglich, regelmäßig durchläufst. Diese drei Arbeitsabläufe absolvierst du ab sofort mit deiner neuen Atmung.

Wenn du z.B. ein Auto hast und damit täglich fährst, dann ist Auto fahren ab sofort Atemtraining. Sobald du dich ins Auto setzt, geht dein Fokus auf die Atmung und du setzt dich entspannt hin (Schultern runter und den Nacken entspannt). Du kannst Autofahren wie gewohnt (mit schneller, flacher Atmung) und es geht mit der entspannten tiefen Atmung genauso gut. Probiere das unbedingt mal aus.

Damit das gut funktioniert und du es nicht vergisst, klebe dir einen Punkt (Aufkleber, Smiley) auf dein Lenkrad. Du kannst das nicht übersehen, wenn du einsteigst und wirst dadurch auch während der Fahrt, wenn deine Gedanken abschweifen, immer wieder an deinen Fokus Atmung erinnert.

Weitere Beispiele sind: Kochen, Gartenarbeit, Computer-Arbeit bzw. bestimmte Tätigkeiten am Computer (immer beim Lesen und Schreiben von Mails, etc.), Lesen, TV schauen,… Du wirst recht schnell merken, wie sich dein Bewusstsein, dein Fokus und deine Atmung verändern. Sei gespannt, was das für Auswirkungen auf deinen gefühlten Stresslevel, dein Denken, dein Verhalten, das Feedback von außen, dein Wohlbefinden, etc. hat.

An welche drei Tätigkeiten wirst Du zukünftig die entspannte, sanfte und leichte Atmung koppeln?

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